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Regionalzüge kollidieren

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Elf Tote bei Zugunglück in Oberbayern - Dutzende Schwerverletzte

Bei einem Zugunglück im oberbayerischen Bad Aibling sind am Dienstag Morgen zehn Menschen ums Leben gekommen. Ein Mann starb später im Krankenhaus. Zudem waren fast 100 Schwer- und Leichtverletzte zu versorgen. Auf eingleisiger Strecke prallten zwei Personenzüge frontal zusammen. Weil die Unglücksstelle im Wald liegt, seilten sich Retter von Hubschraubern ab, um Verletzte abzutransportieren. Zu den Ursachen des Unglücks könne man derzeit nur spekulieren, so Bundesverkehrsminister Dobrindt. Einem Zeitungsbericht zufolge war die Fehlentscheidung eines Fahrdienstleiters im Stellwerk von Bad Aibling der Grund für das Zugunglück.

Sämtliche verfügbaren Rettungsdienste der Region Rosenheim eilten zu dem eingleisigen Streckenabschnitt nahe des Klärwerks von Bad Aibling, nachdem das Zugunglück kurz vor sieben Uhr passiert war. Für die Einsatzkräfte wurden auch mehrere Straßen im Umfeld gesperrt. Zahlreiche Rettungshubschrauber wurden geordert. Die Feuerwehren in den Kreisen Rosenheim und Miesbach wurden in Alarm versetzt, auch weitere Rettungsorganisationen waren im Einsatz. Aus dem benachbarten Österreich kamen ebenfalls Helfer.

Elf Zuginsassen starben, darunter auch die Lokführer. Fast 100 Menschen sollen verletzt worden sein. Etliche Personen erlitten schwere Verletzungen. Mehrere schwebten nach dem Unglück in Lebensgefahr. Die Verletzungen reichen von Frakturen bis hin zu abgetrennten Gliedmaßen.

 

 

Die Züge waren Meridian-Regionalzüge der Bayerischen Oberlandbahn. Unter dieser Marke betreibt sie den Bahnverkehr auf dieser Strecke. Der Meridian bietet eine schnelle Verbindung in die Metropolen München und Salzburg oder ins Chiemgau zwischen Rosenheim und Salzburg

Wie das Zugunglück auf der Bahnlinie Holzkirchen-Rosenheim passieren konnte, ist noch unklar. Die Bayerische Oberlandbahn konnte zur Ursache des Unglücks bislang keine Angaben machen.

Grund für das verheerende Unglück war einem Bericht zufolge die Fehlentscheidung eines Fahrdienstleiters im Stellwerk von Bad Aibling. Dies berichten die Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland, dem mehr als 30 Tageszeitungen angehören, unter Berufung auf Ermittlerkreise. Demnach hat ein Bahnbediensteter das automatische Signalsystem ausnahmsweise außer Kraft gesetzt, um einen verspäteten Triebwagen noch „quasi von Hand durchzuwinken". Die Polizei wies das zurück. So weit seien die Ermittlungen noch nicht.

Alexander Dobrindt Pressekonferenz ZugunglückAlexander Dobrindt bei der Pressekonferenz zum Zugunglück

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) konnte auf einer Pressekonferenz am Tag des Unglücks noch keine Erklärung geben. Es biete sich ein erschreckendes Bild. Es sei schockierend, wie die beiden Züge sich ineinander verkeilt hätten. Die Kabine des zweiten Zugs sei komplett auseinander gerissen worden. Die Züge müssen mit sehr hoher Geschwindigkeit aufeinander geprallt sein, so der Minister. Möglich seien an der Strecke 100 km/h. Sie sei kurvig, man müsse davon ausgehen, dass die Zugführer keinen Sichtkontakt hatten und somit weitestgehend ungebremst aufeinander getroffen seien.

 

Zu den Ursachen des Unglücks könne man derzeit nur spekulieren, so Dobrindt. Experten würden nun untersuchen, warum das Unglück trotz eines Sicherungssystems möglich war, das Züge eigentlich abbremsen soll.

Die Gedanken und Gebete seien bei den Opfern und deren Angehörigen. Es sei eine schwere Stunde in der Geschichte des Zugverkehrs in Deutschland, eines der größten Unglücke der vergangenen Jahre. Der Dank gehe an die Rettungskräfte.

Die Polizei erklärte, dass das Unglück wahrscheinlich noch schlimmer gewesen wäre, wenn die Schüler nicht gerade Faschingsferien hätten.

Mit schweren Kränen werden die verkeilten Züge nun von den Schienen gehoben. Diese Arbeiten sind schwierig, weil die Unglücksstelle schwer zugänglich ist.

 

Im nahen Rosenheim und in Orten in der Umgebung sind geplante Faschingsveranstaltungen abgesagt worden.

Der Blutspendedienst München bedankte sich am Tag des Unglücks, dass so viele gekommen seien, um mit einer Blutspende zu helfen. Er bat jedoch darum, an einem anderen Tag zu kommen. Aktuell habe man genügend Blutspenden. In den kommenden Tagen müsse man aber wieder für Nachschub sorgen. 

 

 

Die Bayerische Oberlandbahn ist Teil der Transdev-Gruppe, einem international agierenden französischen Mobilitätsdienstleister mit 83.000 Mitarbeitern in 20 Ländern. Die Tochtergesellschaften der Transdev GmbH in Deutschland befördern jährlich nach eigenen Angaben 240 Millionen Fahrgäste.

Die CSU hat nach dem Unglück ihren Politischen Mittwoch abgesagt, eine traditionelle Redner-Veranstaltung in Passau. Weitere Parteien sagten ebenfalls ab. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer erklärte: „Ich bin bestürzt und tief betroffen. Meine Gedanken sind bei den Opfern dieser schweren Katastrophe und ihren Angehörigen, denen ich mein tiefes Mitgefühl ausspreche. Mindestens acht Tote und Dutzende zum Teil Schwerverletzte haben wir heute zu beklagen. Das ist eine Tragödie für unser ganzes Land, die uns mit Trauer und Entsetzen erfüllt. Zahllose Helferinnen und Helfer sind im Einsatz, um Menschen zu bergen und sie zu versorgen. Ihnen allen danke ich für ihr vorbildliches Handeln in einer äußerst schwierigen Situation und sage von Herzen Vergelt´s Gott! Die Ursachen dieses Unglücks müssen jetzt schnell aufgeklärt werden."

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer betonte: "Ganz Bayern trauert um die Toten der Zugkatastrophe. Wir sind mit unseren Gedanken bei den Opfern, den Verletzten und den Angehörigen. Aus Respekt vor den Opfern des tragischen Zugunglücks findet der morgige Politische Aschermittwoch der CSU nicht statt."

NRW-Verkehrsminister will Bahnsicherheitstechnik häufiger überprüfen

Angesichts des Bahnunglücks in Bayern hat NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) schnelle Konsequenzen gefordert. Der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" sagte er: "Die Verkehrsministerkonferenz der Länder muss bei ihrem nächsten Treffen darüber beraten, ob wir die Eisenbahnbetriebsordnung weiter verschärfen, um die Eisenbahnsicherheit zu erhöhen." Es müsse in kürzeren Intervallen als bislang überprüft werden, ob die Sicherheitstechnik immer noch dem aktuell gängigen Niveau entspreche. "Es sollte zudem geprüft werden, ob es alternative Sicherheitstechnik gibt, die noch besser als die derzeit verwandten Systeme funktioniert, um Katastrophen wie in Bad Aibling zu verhindern", so Groschek.

Zudem forderte er vom Eisenbahnbundesamt schnelle Aufklärungsarbeit: "Es muss schnell auch öffentlich sagen, was zu dem Unglück geführt hat. Die Kunden haben ein Recht darauf, zügig von offizieller Seite bestätigt zu bekommen, dass die Sicherheit auf den Bahn- und Gleisanlagen gegeben ist." Es dürfe keinen Vertrauensverlust in das Verkehrsmittel Bahn geben, sagte der Minister.


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