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Tübingen

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Neuartige Schnelltests an Schulen und Kitas

Oberbürgermeister Boris Palmer nennt es den „Tübinger Weg.“ Gemeint ist, dass unabhängige Handeln der Universitätsstadt seit Beginn der Corona-Krise. Tübingen ist seit Pandemie-Beginn immer wieder andere Wege als Bund und Länder gegangen, oft mit großem Erfolg. Und auch diese Woche will Tübingen Vorreiter sein: mit neuartigen Schnelltests an Schulen und Kitas.

Der Inzidenzwert in Tübingen liegt aktuell bei 31. Für Oberbürgermeister Boris Palmer, DRK-Pärsidentin Lisa Federle und viele andere müsse jetzt dringend die Bildung und Betreuung der Tübinger Kinder wieder aufgenommen werden.

"Wenn wir es durch regelmäßiges Testen schaffen, dass sich in den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen keine Hotspots entwickeln, dann ist es verantwortbar zu öffnen", erklärt Palmer. Weiter hofft er, dass die Landesregierung der Stadt die Öffnung gestattet.

Der Tübinger Weg sieht wie folgt aus: durch neuartige Tests, die an Schulen und Kitas selbst durchgeführt werden können, soll dafür gesorgt werden, dass positive Coronainfektionen sofort erkannt und isoliert werden können. Damit die Tests vor Ort – und nicht wie die Landesregierung vorschlägt in Praxen oder Apotheken - durchgeführt werden können, wird es spezielle Schulungen geben.

Die Schulungen starten bereits diese Woche. Ab nächster Woche sollen Erzieherinnen in Kitas bereits zwei Mal pro Woche getestet werden. An den Schulen soll nach den Faschingsferien mit der Test-Offensive gestartet werden.

Noch sind diese speziellen Tests aber noch nicht zugelassen und ohne TÜV-Siegel. Trotzdem will Tübingen bereits in dieser Woche starten. Juristisch gesehen nicht unproblematisch.

"Wir sind in der Mitte einer Pandemie und in Deutschland fragen wir uns, ob es verantwortbar ist, ob Menschen sich ein Wattestäbchen in die Nase einführen. Bevor wir diese Frage nicht abschließend von Juristen klären lassen, machen wir lieber alle Innenstadt-Geschäfte platt, sorgen dafür, dass Familien auseinander brechen, richten immensen wirtschaftlichen Schaden an und überlasten die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ich sage Ihnen ganz klar: Ich übernehme wahnsinnig gerne die Verantwortung dafür, diese Tests selbst machen zu lassen. Schon die bisher Zertifizierten konnte man problemlos auch ohne Arzt durchführen. Das ist ein typisch deutscher Sicherheitswahnsinn", erklärt Palmer. Er wolle daher nicht auf das OK von Juristen und TÜV warten, denn dafür gebe es schlichtweg keine Zeit.

Dr. Lisa Federle betonte aber, dass die Zulassung so gut wie durch wäre und erklärt zusätzlich: "Den alten Test, den habe ich mir richtig bis nach hinten in die Nase geschoben und den jetzigen Test schiebe ich mir praktisch nur vorne in den Nasenflügel. Also ganz ehrlich, auch wenn das momentan noch nicht ganz zugelassen ist, mir ist das auch egal. Hauptsache die Menschen sind sicherer."

In den Schulen sollen künftig also Schüler und Lehrer nach der medizinischen Einweisung die Tests selbst durchführen können, die Stadt Tübingen hat bereits 100.000 Euro an Budget bewilligt.

Schulen, die sich das Testen und die damit verbundene Koordination nicht zutrauen, könnten auch das erweiterte Angebot des Arztmobils in Anspruch nehmen. Viele Eltern und Großeltern hätten bereits ihre Unterstützung bei der Test-Offensive in Kitas zugesagt.

Den Beteiligten war es außerdem wichtig, dass sie eben nicht einfach nur Öffnen wollten, sondern nur, wenn man das Geschehen dabei klar unter Kontrolle habe.

Dieses Konzept ließe sich im weiteren Verlauf dann auch durchaus auf andere Bereiche, wie etwa dem Einzelhandel ausweiten.

(Zuletzt geändert: Montag, 08.02.21 - 14:32 Uhr   -   1460 mal angesehen)

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