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Starkregen-Katastrophe Ahrweiler und in der Vulkaneifel: 4 Tote, 30 bis 60 Vermisste, eingestürzte Häuser

Im Landkreis Vulkaneifel ist der Katastrophenfall ausgerufen worden: Nach heftigen Unwettern sind mehrere Häuser eingestürzt. Im Landkreis Ahrweiler sind bislang sind 4 Tote zu beklagen, zwischen 30 und 60 Menschen werden noch vermisst. Von den Fluten der Ahr wurden größere Trümmerteile der zerstörten Häuser sowie Bäume mitgerissen. Die Brücken im Stadtgebiet Bad Neuenahr-Ahrweiler dürfen deshalb unter keinen Umständen betreten oder befahren werden. Lesen Sie hier alles Weitere:

Der Landkreis Vulkaneifel hat den Katastrophenfall ausgerufen: Wegen Starkregen und Hochwasser wurden Straßen gesperrt und Schulen geschlossen. Die Technische Einsatzleistung (ADD) hat die Leitung der Einsätze übernommen. Ganze Feuerwehrzüge aus anderen Gebieten kommen den Einsatzkräften zu Hilfe.

Medien berichten von eingestürzten Häusern, Toten und Vermissten im Kreis Ahrweiler (50 km südlich von Bonn). Demnach sind bislang 4 Tote zu beklagen. Sechs Häuser sind eingestürzt. Dutzende Menschen werden noch vermisst. Stand 15.07.2021.08:23 Uhr berichtet  n-tv.de von über 30 Vermissten. Welt,de beziffert die Zahl auf 60 Vermisste. Zu den Todesfällen ist es  demnach im Landkreis Ahrweiler, im Ort Schuld bei Adenau, gekommen.

Die Polizei Koblenz twitterte am frühen Morgen (15.07.2021) gegen 07:59 Uhr: "#KreisBadNeuenahrAhrweiler Mehrere Häuser sind eingestürzt, zahlreiche einsturzgefährdet. Aktuell können wir vier Tote bestätigen. Es befinden sich etwa 50 Personen auf Dächern, die gerettet werden müssen. Zahlreiche Personen werden uns als vermisst gemeldet."

In einem weiteren Tweet der Polizei Koblenz heißt es gegen 08:19 Uhr: "Wir haben eine Personenauskunftsstelle eingerichtet! Hier können sich besorgte Angehörige melden, die jemanden vermissen: 0800-6565651"

"Eine Vielzahl an Häusern sei instabil, es bestehe Einsturzgefahr. Die Lage in Schuld sei unübersichtlich", melden die Aachener Nachrichten unter Berufung auf einen Polizeisprecher. Es sei noch unklar, wie viele Menschen genau vermisst würden. 

In der Nacht (24. Juli 2021, 23:15 Uhr) teilte die Kreisverwaltung Ahrweiler mit:

• Landrat Dr. Jürgen Pföhler hat Alarmstufe 5 und damit den Katastrophenfall ausgerufen. Dies ermöglicht die Unterstützung durch die Bundeswehr. Entsprechende Kräfte wurden angefordert und sind im Zulauf.

• Derzeit werden in den Städten Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig sowie im Stadtteil Bad Bodendorf alle Gebäude im Umkreis von 50 Metern rechts und links der Ahr evakuiert. Derzeit werden Notunterkünfte eingerichtet.

• Landrat Dr. Pföhler appelliert an die Bevölkerung: „Bitte bleiben Sie, wenn möglich, zu Hause und begeben Sie sich gegebenenfalls in höher gelegene Stockwerke. Vermeiden Sie unnötige Fahrten mit dem Auto. Die Lage ist sehr ernst. Es besteht Lebensgefahr!"

• Sämtliche Brücken im Stadtgebiet Bad Neuenahr-Ahrweiler werden derzeit gesperrt und dürfen unter keinen Umständen betreten oder befahren werden.

• Hintergrund ist, dass im Bereich der Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr Häuser von den Wassermassen zerstört und abgehende größere Trümmerteile sowie Bäume von der Ahr mitgerissen wurden.

• Alle kreiseigenen Schulen bleiben am Donnerstag, 15. Juli, geschlossen.

• Der Bereitstellungsraum für zusätzliche Unterstützungskräfte wurde in die ehemalige Ahrtalkaserne in Bad Neuenahr verlegt. Feuerwehr- und Rettungskräfte sind auf beiden Seiten der Ahr positioniert.

• Der Notruf ist derzeit überlastet. Bitte rufen Sie den Notruf nur in dringenden Fällen an, beispielsweise wenn Menschen in Gefahr sind. Der Schwerpunkt der Einsätze liegt in der Rettung von Menschenleben.

Soweit die Mitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler.

Dem SWR zufolge wurden in Messerich in der Eifel drei THW-Helfer von den Wassermassen eingeschlossen; es bestand Lebensgefahr. Die Helfer des Technischen Hilfswerkes waren auf dem Weg zu einem Rettungseinsatz in ihrem Fahrzeug vom Wasser abgetrieben worden. Sie retteten sich zunächst auf das Dach ihres Fahrzeugs und wurden von einer Schwerlastdrohne mit Schwimmwesten versorgt. Trotz der starken Strömung konnte schließlich ein Kettenbagger nah genug an die drei heranfahren, so dass diese in die Baggerschaufel klettern und evakuiert werden konnten.

Tagesschau.de zufolge ist die Bevertalsperre: Das Wasser laufe unkontrolliert über den Rand der Staumauer der Bevertalsperre in Hückeswagen (Oberbergischen Kreis). Mehr als 1000 Menschen wurden evakuiert.

"Bei den Evakuierungsmaßnahmen muss viel mit dem Boot gemacht werden, weil die Straßen nicht mehr befahrbar sind", zitiert wetter.com einen Polizeisprecher Vor allem der Stadtteil Kleineichen sei betroffen.

Das befürchtete Überlaufen der Wuppertalsperre konnte wetter.com zufolge durch die Feuerwehr verhindert werden. Es sei gelungen. das Wasser kontrolliert abzulassen. "Der Damm, der zu brechen drohte, ist soweit sicher", zitiert wetter.com einen Polizeisprecher. 

Zuvor sei der Tagesschau zufolge im Bereich der Wuppertalsperre die Alarmsirene ausgelöst worden: Warnfahrzeuge informieren die Bewohner der betroffenen Gebiete unterhalb der Wuppertalsperre mit Lautsprecherdurchsagen: "Es besteht akute Lebensgefahr".

In einer Mitteilung des Landratsamts Vulkaneifel (Stand 15.07.2021-00:10 Uhr) heißt es: 

"In einer Pressekonferenz unter Leitung von Landrätin Julia Gieseking, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Harald Schmitz sowie ADD-Präsident Thomas Linnertz wurde am Abend über die derzeitige Lage im Landkreis Vulkaneifel berichtet. Seit dem Nachmittag hat sich die Lage durch enormen Starkregen zugespitzt, sodass die Gefahrenlage hochgestuft und der Katastrophenfall im Landkreis Vulkaneifel ausgerufen wurde. Die Technische Einsatzleitung des Landkreises Vulkaneifel hat die Leitung der Einsätze übernommen. Bereits seit dem Nachmittag ist auch Landrätin Julia Gieseking vor Ort in der Einsatzzentrale in Hillesheim, um sich über die aktuelle Lage zu informieren und entsprechend Entscheidungen treffen zu können."

ADD-Präsident Thomas Linnertz ist demnach vor Ort in der Technischen Einsatzleistung (TEL) in Hildesheim, "um sich ein Bild der Lage zu verschaffen. Aktuell haben die Einsatzkräfte in großen Teilen im nordwestlichen Rheinland-Pfalz mit einer großen Einsatzlage in Folge von Starkregen und Hochwasser zu kämpfen. Die Technische Einsatzleitung des Landkreises Vulkaneifel ist aktuell voll besetzt. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) als Obere Katastrophenschutzbehörde hat bereits seit dem Morgen eine Koordinierungsstelle besetzt, über die Hilfe aus anderen Landkreisen oder spezielles Gefährt koordiniert werden kann. Aktuell geht die Rettung von Menschen vor. Personenschäden sind bisher im Landkreis Vulkaneifel glücklicherweise nicht zu verzeichnen. Mehrere Personen mussten aus Fahrzeugen oder Wohnungen gerettet werden. Vollgelaufene Keller o.ä werden sobald es möglich ist nach und nach durch die Einsatzkräfte abgearbeitet."

Weiter heißt es: "Die ersten Einsätze gingen am heutigen 14.07.2021 gegen 13:30 Uhr im Bereich der Verbandsgemeinde Gerolstein ein. Sehr früh am Nachmittag hat der Landkreis Vulkaneifel die Technische Einsatzleitung alarmiert, um jederzeit den Einsatz übernehmen zu können. Seit 16:00 Uhr sind die Ereignisse so stark, dass es im kompletten Kreisgebiet zu Einsätzen kommt. Aktuell fließen durch einige Orte im Landkreis komplette Bäche, teilweise stehen in kompletten Straßenzügen die Erdgeschosse unter Wasser. Im Altenheim Hillesheim wurde das Erdgeschoss geräumt."

Die Feuerwehren im Landkreis sind der Mitteilung zufolge in Vollalarm. Alle Einheiten seien im Einsatz: "Einige Einheiten der Feuerwehren stehen jedoch bewusst, um eine Sicherstellung des Grundschutzes der Bevölkerung zu gewährleisten. Alle zusätzlichen Rettungswagen im Landkreis sind besetzt, damit die Patienten trotz der Widrigkeiten im Notfall angefahren werden können. THW und Bundeswehr sind in die Einsätze miteingebunden. Über die ADD erhält der Landkreis Vulkaneifel, im Laufe der nächsten Stunden Unterstützung durch den Einsatz ganzer Löschzüge aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis. Darüber hinaus erhält der Landkreis Vulkaneifel Unterstützung einer Technischen Einsatzleitung aus der Pfalz, um die Lage in den nächsten Stunden weiter abarbeiten zu können."

„Wir müssen die nächsten Stunden abwarten, da für die Nacht mit weiterem Starkregen zu rechnen ist", wird Harald Schmitz (BKI) zitiert: „Allerdings rufe ich auch nochmals dazu auf – bitte bleiben Sie zu Hause! Neben vielzähligen Einsätzen, haben wir nun zusätzlich das Problem, dass undisziplinierte Autofahrer weitere Einsätze verursachen. Aktuell versuchen wir die abgeschnittenen Orte mit Spezialfahrzeug zu erreichen! Dies hat absoluten Vorrang, weil auch hier Menschen sind, die dringend unsere Hilfe benötigen."

Die Schulen im Landkreis bleiben am morgigen Donnerstag, 15.07. geschlossen: Das habe der Landkreis gemeinsam mit den Verbandsbürgermeistern beschlossen, teilte die Landrätin mit. Denn einige Dörfer sind demnach  "aktuell nicht mehr erreichbar, da die Straßen unpassierbar sind"; es drohen Hangabrutsche. Die Landrätin appelliert an Bevölkerung: "Bleiben Sie zu Hause und seien Sie vorsichtig!" alle Schulen im Landkreis morgen geschlossen zu halten!

Aufgrund des akuten Starkregenereignisses im Landkreis Vulkaneifel hatte Landrätin Julia Gieseking am Vorabend (14.07.2021) den Katastrophenfall ausgerufen. In einer Mitteilung von 20:15 Uhr heißt es weiter: "Ab sofort werden alle Einsätze von der Technischen Einsatzleitung in Hillesheim koordiniert. Die Bundeswehr steht ebenfalls zur Verfügung. Außerdem sind alle Rettungskräfte (Feuerwehr, THW, DRK usw.) im Dauereinsatz."

Die Priorität des Einsatzes der Rettungskräfte liege bei der Personenrettung. Daher appelierte die Landrätin: „Bleiben Sie zu Hause und seien Sie vorsichtig! Einige Dörfer sind aktuell nicht mehr erreichbar, da die Straßen unpassierbar sind und Hangabrutsche drohen. Wir haben daher gemeinsam mit den Verbandsbürgermeistern beschlossen alle Schulen im Landkreis morgen geschlossen zu halten!"

Weiter heißt es: "Die Kreisverwaltung Vulkaneifel hält Sie über die aktuellen Entwicklungen über die Ihnen bekannten Medien der Homepage des Landkreises Vulkaneifel www.vulkaneifel.de sowie über den Facebook- und den Instagram-Account auf dem Laufenden."

Stand: 14.07.2021, 20:15 Uhr

Quellen: Mitteilungen Landratsamt Vulkaneifel - Stand 14.07.2021-20:15 Uhr und 15.07.2021, 0:10 Uhr

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 15.07.21 - 18:17 Uhr   -   1536 mal angesehen)

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