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Heizung

Foto: Pressebild Stadtwerke Tübingen
Örtliche Versorger müssen bei Gas.de-Kunden einspringen

Der Anbieter Gas.de hat die Versorgung seiner Kunden eingestellt. Bundesweit müssen die örtlichen Versorger einspringen - etwa die Stadtwerke Tübingen: Sie müssen nun plötzlich zusätzliches Gas für über 200 Neukunden beschaffen.

Der Energieversorger Gas.de hat heute seine Gaslieferungen eingestellt und "aufgrund der historisch einmaligen Preisentwicklung im Erdgasmarkt" alle Erdgaslieferverträge beendet. Ab heute müssen die örtlichen Ersatzversorger die Gasversorgung der Betroffenen übernehmen.

Seit einigen Wochen sei man "mit einer nie dagewesenen Preisexplosion an den europäischen Energiehandelsplätzen konfrontiert", so Gas.de. Besonders drastisch verlaufe die Entwicklung auf dem europäischen Markt für Erdgas. Zuletzt habe sich der Gaspreis für Lieferungen in der kommenden Winterzeit auf den Beschaffungsmärkten in der Spitze um mehr als 400% im Vergleich zum Vorjahr erhöht. "Diese Ereignisse und ihre Folgen suchen in ihrer Gesamtwirkung in den vergangenen Jahrzehnten ihresgleichen und sind daher nicht vorauszusehen gewesen."

Die Stadtwerke Tübingen (swt) beispielsweise springen nun als Grund- und Ersatzversorger ein und sichern die Erdgasversorgung für die betroffenen Kunden. "Die swt tun dies unter schwierigsten Marktbedingungen und mit einem nicht unerheblichen Kraftakt bei der Beschaffung zusätzlicher Erdgasmengen", hieß es heute. Auch aus diesem Grund haben die swt heute einen neuen Grund- und Ersatzversorgungstarif Erdgas für Haushaltsneukunden eingeführt. Für swt-Bestandskunden ändert sich aber nichts.

Mehrere Energieversorger haben aufgegeben

Etliche Energieanbieter haben sich in den vergangenen Monaten vom Markt verabschiedet. "Im neuesten Fall kommen die Stadtwerke Tübingen ihrer Verantwortung als Grundversorger ohne Wenn und Aber nach. Für über 200 Erdgaskunden in Tübingen sorgen die swt dafür, dass jetzt in der Haupt-Heizphase alle Wohnungen warm bleiben", versichert das Unternehmen.

Stadtwerke müssen kurzfristig zusätzliches Gas beschaffen

Allerdings: Kurzfristig – von einem Tag auf den anderen – eine solch größere zusätzliche Anzahl an Erdgaskunden über die gesetzlich geregelte Ersatzversorgung mit zu versorgen, sei auch für die Stadtwerke Tübingen als großer regionaler Energieanbieter eine Herausforderung. Die benötigten Mengen in dieser Größenordnung sind nicht eingeplant und müssen kurzfristig zusätzlich im Energiegroßhandel eingekauft werden.

Neuer Grund- und Ersatzversorgungstarif für Neukunden

Aus diesem Grund führen die Stadtwerke Tübingen ab sofort einen neuen Grund- und Ersatzversorgungstarif im Erdgas für Haushaltsneukunden ein. Für alle Bestandskunden ändern sich nichts. Beim neuen Tarif „TüGas Basis 2" haben die swt einen marktgerechten Preis kalkuliert. Das heißt: Darin spiegelt sich laut Unternehmen das hohe Preisniveau an den Energiemärkten wider. Denn die benötigten Mengen müssen von den swt jeweils spontan und vor allem schnell zu den aktuellen Preisen eingekauft werden.

Alle swt-Bestandskunden bei Strom und Erdgas hingegen profitieren von der langfristigen Beschaffungsstrategie der swt. Dadurch können extreme Preisspitzen abgemildert werden und die swt können ein, im Vergleich zu vielen anderen Anbietern, vergleichsweise stabiles Preisniveau bieten.

Die betroffenen Kunden werden in den nächsten Tagen von den Stadtwerken Tübingen als Netzbetreiber schriftlich informiert und erhalten anschließend ebenfalls eine schriftliche Bestätigung über die Erdgaslieferung im Rahmen der Grund- und Ersatzversorgung. Zu jedem Zeitpunkt ist die Lieferung von Erdgas sichergestellt. Es kommt zu keinen Lieferunterbrechungen.

(Zuletzt geändert: Freitag, 03.12.21 - 17:14 Uhr   -   1060 mal angesehen)

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