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Das Wichtigste aus Deutschland und der Welt

Kuppel auf dem Reichstag Reichstag in Berlin Bundeskanzleramt in Berlin Schloss Bellevue

Hohenstein-Oberstetten

Foto: RTF.1
Bundesminister Geywitz und Özdemir planen Holzbauinitiative und besuchen SchwörerHaus

Anlässlich der Bauministerkonferenz der Bundesländer haben die Bundesbauministerin Klara Geywitz und Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir das Familienunternehmen SchwörerHaus auf der Schwäbischen Alb besucht. Dabei kamen auch die drängenden Fragen der Zeit auf den Tisch - wie zum Beispiel serielles Bauen, Fachkräftemangel und Sicherung der Rohstoffversorgung.

Es war ein kurzer Besuch von einer knappen Stunde für die Minister Klara Geywitz und Cem Özdemir. Vor der Firmenbesichtigung hatten sie sich nicht öffentlich mit Vertretern des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie HDH besprochen. Verbandspräsident ist SchwörerHaus-Chef Johannes Schwörer.

Derzeit ist das Ein- bis Zweifamilienhaus bei Schwörer das Standardprodukt. "Und wir haben jetzt seit zehn Jahren uns auch damit beschäftigt, dieses Produkt in die Mehrgeschossigkeit zu führen, dass wir auch vier-, fünf-, sechsgeschossige Gebäude bauen kann", berichtet Johannes Schwörer. "Das ist natürlich im Baurecht so klassisch noch nicht bekannt, und deshalb sind wir auch glücklich darüber, dass über eine Holzbauinitiative nachgedacht wird, die das ermöglicht und die da auch das Normenwerk dafür schafft, dass das nachher erlaubt ist."

Hier, in Hohenstein-Oberstetten hat SchwörerHaus eine regelrechte Häuserfabrik errichtet. In dieser Halle reihen sich die Häuser aus Holz – oder besser die Module – aneinander. Sie werden beispielsweise als Anbauten verwendet. Bauministerin Geywitz zeigt sich begeistert, denn mit dieser modularen Holz-Bauweise könne man den Fachkräftemangel lösen – und einige andere Probleme der Bauwirtschaft.

"Wenn wir in Größenordnungen auch Module herstellen können, ist das auch eine Möglichkeit, preisdämpfend zu arbeiten", so Bauministerin Geywitz. "Ein großes Problem ist natürlich die bisherige CO2-Bilanz des Gebäudesektors, mit Beton, mit Stahl, und da ist Holz natürlich genau das Gegenteil. Es verbraucht nicht CO2, sondern wenn man mit Holz baut, dann speichert man über Jahre oder Jahrhunderte natürlich auch CO2 in unseren Häusern."

Die Nachfrage nach den Modulen ist mittlerweile so groß, dass SchwörerHaus eine zweite Fertigungshalle baut. Beim Spatenstich am Freitag konnten die beiden Bundesminister mit anpacken.

Holz als Baustoff, so Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, der auch für den Forst zuständig ist, sei klimafreundlich, bezahlbar und eigne sich gut für Innenverdichtung. "Auch da gab es große Einigkeit, dass die Wälder nachhaltig genutzt werden. Das heißt Priorität eins muss beim Bauen sein, nicht bei der thermischen Nutzung", sagte Özdemir und fügte hinzu. "Das ist, wenn Sie so wollen, unsere Klimaanlage. Die Wälder nachhaltig künftigen Generationen zu übergeben, und mit der Klimaanlage des Waldes sollte man sehr vorsichtig umgehen."

Diesem Zweck soll auch die Holzbauinitiative der Bundesregierung dienen. Die nachhaltige Nutzung von Holz zu fördern. Deshalb kündigten Geywitz und Özdemir an, Eckpunkte für diese Holzbauinitiative vorzulegen.

(Zuletzt geändert: Samstag, 24.09.22 - 15:19 Uhr   -   1146 mal angesehen)

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