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Das Wichtigste aus Deutschland und der Welt

Kuppel auf dem Reichstag Reichstag in Berlin Bundeskanzleramt in Berlin Schloss Bellevue

DOSB

Foto: Pixabay.com
Olympiabewerbung mit München - und Fußball in Stuttgart

München ist Deutschlands Kandidat für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Auch Stuttgart ist Teil des Konzepts: In der Landeshauptstadt sollen Fußballspiele ausgetragen werden.

Die Entscheidung ist gefallen: Deutschland geht mit München ins Rennen um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entschied sich am Samstag in Baden-Baden für die bayerische Landeshauptstadt. München setzte sich dabei gegen die Region Köln-Rhein-Ruhr durch.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verkündete das Ergebnis gemeinsam mit DOSB-Präsident Thomas Weikert. Steinmeier bezeichnete eine deutsche Olympia-Bewerbung als „Riesenchance für ganz Deutschland".

Für Stuttgart ist die Entscheidung ebenfalls von Bedeutung. Die baden-württembergische Landeshauptstadt ist Bestandteil des Münchner Konzepts und soll bei einer erfolgreichen Bewerbung als Spielort für das olympische Fußballturnier dienen. Auch Karlsruhe, Nürnberg und Regensburg sind als weitere Fußballstandorte vorgesehen.

München setzt auf vorhandene Sportstätten

München überzeugte die DOSB-Gremien vor allem mit einem Konzept, das stark auf bereits vorhandene Infrastruktur setzt. Herzstück ist der Olympiapark, der für die Sommerspiele 1972 errichtet wurde.

Rund 90 Prozent der geplanten Wettkampfstätten sollen weniger als 30 Kilometer vom Olympischen Dorf entfernt liegen. Ein großer Teil der Wettbewerbe könnte damit auf bestehenden Anlagen stattfinden. Neu gebaut werden soll nur dort, wo dies langfristig sinnvoll erscheint.

Zum Konzept gehört auch der SAP Garden, die moderne Münchner Arena für Eishockey und Basketball. Weitere Sportstätten sollen teilweise nur vorübergehend für Olympia errichtet werden.

München hatte bereits im vergangenen Jahr die Unterstützung der eigenen Bevölkerung erhalten. Bei einer Bürgerbefragung im Oktober 2025 sprachen sich 66,4 Prozent der Teilnehmer für die Olympiabewerbung aus.

Stuttgart als Fußballstandort vorgesehen

Während München zahlreiche olympische Sportarten selbst beherbergen würde, ist das Konzept über mehrere Regionen verteilt. Eine Rolle spielt dabei auch Stuttgart.

In der baden-württembergischen Landeshauptstadt sollen Fußballspiele des olympischen Turniers stattfinden. Damit würde Stuttgart neben Karlsruhe zu den baden-württembergischen Austragungsorten gehören.

Welche konkreten Spiele in Stuttgart stattfinden könnten, hängt von der späteren Ausgestaltung des Turnierplans und der endgültigen Olympia-Bewerbung ab. Das Fußballturnier würde damit über mehrere Städte verteilt ausgetragen und nicht ausschließlich am eigentlichen Olympia-Hauptstandort München.

Für Stuttgart wäre eine erfolgreiche Bewerbung damit ein weiteres internationales Sportereignis. Die Stadt verfügt mit der MHP Arena über ein etabliertes Fußballstadion und Erfahrung mit großen Sportveranstaltungen.

Auch außerhalb Münchens wird Olympia ausgetragen

Das Münchner Konzept ist bewusst nicht auf die bayerische Landeshauptstadt beschränkt. So soll beispielsweise der Augsburger Eiskanal für den Wildwasser-Kanuslalom genutzt werden. Am Starnberger See ist ein Freiwasser-Wettbewerb vorgesehen.

Weitere Sportarten sollen an markanten Orten stattfinden. Geplant sind unter anderem Bogenschießen vor Schloss Schleißheim und Dressurreiten vor Schloss Nymphenburg. Mountainbike-Wettbewerbe könnten in Bad Wiessee am Tegernsee ausgetragen werden.

Für das Fußballturnier sind neben Stuttgart und Karlsruhe auch Nürnberg und Regensburg vorgesehen. Die Segelwettbewerbe sollen erneut in Kiel stattfinden – wie bereits bei den Olympischen Spielen 1972.

Olympisches Dorf soll neuen Wohnraum schaffen

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Bewerbung ist ein neues Olympisches Dorf im Münchner Stadtteil Daglfing. Dort soll Wohnraum für mehr als 10.000 Menschen entstehen.

Entscheidung über Olympia-Gastgeber fällt 2029

Der DOSB hatte ursprünglich vier deutsche Bewerbungen geprüft. Hamburg zog sich nach einem negativen Bürgerentscheid zurück, Berlin beendete seine Bewerbung kurz vor der Entscheidung. Damit standen am Ende München und Köln-Rhein-Ruhr zur Auswahl.

München hatte bereits 1972 Olympische Sommerspiele ausgerichtet. Nun soll der zweite Anlauf folgen.

Zunächst muss die deutsche Bewerbung allerdings den internationalen Auswahlprozess durchlaufen. Über den Austragungsort der Olympischen Spiele 2036 will das Internationale Olympische Komitee (IOC) voraussichtlich 2029 entscheiden. Neben München beziehungsweise Deutschland werden auch Bewerbungen aus dem Ausland erwartet.

Ob Deutschland den Zuschlag erhält, ist damit noch offen. Fest steht seit Samstag jedoch: München führt die deutsche Olympia-Bewerbung an – und Stuttgart könnte als Fußballstandort Teil der Spiele werden.

(Zuletzt geändert: Samstag, 26.09.26 - 17:10 Uhr   -   329 mal angesehen)

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