DEUTSCHeins - Das Wichtigste aus Deutschland und der Welt

Das Wichtigste aus Deutschland und der Welt

Kuppel auf dem Reichstag Reichstag in Berlin Bundeskanzleramt in Berlin Schloss Bellevue

Bundeswehr betont

Foto: RTF.1
Heer zieht Konsequenzen aus erniedrigenden Ausbildungspraktiken in Pfullendorf

Im Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf in Baden-Württemberg sollen Rekruten sexuell genötigt und erniedrigenden Ausbildungspraktiken ausgesetzt worden sein. Die Staatsanwaltschaft Hechingen ermittelt wegen mehrerer Delikte. Die Bundeswehr betont: Der Generalinspekteur habe nach Abstimmung mit der Bundesverteidigungsministerin personelle wie organisatorische Maßnahmen angeordnet.

„Die Vorgänge im Ausbildungszentrum Spezielle Operationen sind nicht zu tolerieren. Es widerspricht wofür wir stehen! Verstöße gegen die Innere Führung werden im Heer nicht geduldet und mit aller Konsequenz geahndet!", erklärte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer.

Teile der sanitätsdienstlichen „Combat First Responder"-Ausbildung im Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf seien hinsichtlich des Gebotes zur Achtung der Würde des Menschen, der sexuellen Selbstbestimmung und des Schamgefühls unangemessen gewesen, erklärt die Bundeswehr. Es habe darüber hinaus Hinweise auf Mobbing gegeben. Die unverzüglich eingeleiteten Ermittlungen bestätigten in weiten Teilen die Angaben.

Diese Vorgänge wiegen laut Bundeswehr insofern umso schwerer, als bereits früher Hinweise auf Missstände und frauenfeindliches Klima in einer anderen Teileinheit des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen in Pfullendorf in Rede standen.

Außerdem wurde bekannt, dass es im Ausbildungszentrum wiederholt im Zuge sogenannter „Aufnahmerituale" zu Misshandlungen von Soldaten gekommen ist. Dies geschah zwischen Mannschaftsdienstgraden. Vorgesetzte waren nach derzeitigem Stand der Ermittlungen an den Geschehnissen nicht beteiligt.


Artikel: Sadistische Rituale in Bundeswehr-Kaserne in Pfullendorf

Den eindeutig identifizierten Tätern wurde durch den Disziplinarvorgesetzten sofort die Ausübung des Dienstes einschließlich des Tragens der Uniform untersagt. Gleichzeitig wurde in allen Fällen die fristlose Entlassung aus der Bundeswehr eingeleitet. Das ist möglich, weil es sich bei den Betroffenen um Soldaten mit einer Dienstzeit unter vier Jahren handelt.

Am 24.01.2017 sind die Fälle der Staatsanwaltschaft Hechingen übergeben worden, sie ermittelt wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung, gefährlichen Körperverletzung, Gewaltdarstellung und Nötigung.

Der Generalinspekteur habe auf der Grundlage der bislang gesicherten Erkenntnisse in Abstimmung mit der Bundesverteidigungsministerin den Inspekteur des Heeres angewiesen, die erforderlichen organisatorischen und personellen Konsequenzen in der betroffenen Dienststelle in Pfullendorf "unverzüglich und mit aller gebotenen Konsequenz zu ziehen". Die Häufung der bisher bekannt gewordenen Ereignisse zeige gravierende Defizite in der Führung.

Um dem Standort einen Neubeginn zu ermöglichen und die weiteren Ermittlungen zu erleichtern, seien neben den bereits genannten Entlassungen und disziplinaren Ermittlungen weitere Versetzungen, Änderungen an der Ausbildungsorganisation und -inhalte sowie intensive Dienstaufsicht angeordnet worden.

(Zuletzt geändert: Samstag, 28.01.17 - 09:42 Uhr   -   2339 mal angesehen)

Nachrichten aus der Region Neckar-Alb

Foto: RTF.1
Verpackungssteuer: Palmer und DUH kritisieren McDonald's Seit dem 1.1.2022 gibt es in Tübingen eine Verpackungssteuer. Das heißt, Einweggeschirr wird mit 50 Cent besteuert, Einwegbesteck mit 20 Cent. Ziel ist es, den Verpackungsmüll in Tübingen zu reduzieren und die Umwelt zu schützen, heißt es seitens Oberbürgermeister Boris Palmer. Die Betriebe sollen stattdessen auf Mehrweg setzen. Ein Schnellrestaurant wehrt sich aber gegen die Verpackungssteuer: Die McDonalds-Filiale in Tübingen hat gegen die Steuer geklagt. Das kritisierten Palmer sowie die Deutsche Umwelthilfe bei einer digitalen Pressekonferenz.
Foto: RTF.1
IHK plädiert für Diplomatie im Ukraine-Russland-Konflikt Die IHK Reutlingen schaut mit Sorge auf die Lage an der russisch-ukrainischen Grenze. Eine weitere Eskalation würde sich auch bei uns bemerkbar machen, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp.
Foto: pixelio.de - Rainer Sturm Foto: pixelio.de - Rainer Sturm
Baugewerbe will Maut-Befreiung für Handwerkerfahrzeuge Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe pocht auf eine Ausnahme für Handwerkerfahrzeuge bei der LKW-Maut. Sie gilt in Deutschland noch, doch die EU-Kommission hatte andere Pläne.

Weitere Meldungen